Sind Benzinpreise gottgegeben oder Teufelswerk? Man weiss nicht, woher sie kommen und sie steigen einfach so, himmelan streben sie, als wollten sie den Olymp stürmen. Wir können die Menschheit beruhigen: Wenn Gott nicht will, dass die satanische Preissteigung weitergeht, dann schenkt er uns den selbstgemachten Wasserstoff. Und vorher die Erleuchtung und Einsichtsfähigkeit und schickt Reiche samt Fossillobby in die Wüste. Viele glauben, schon heute mit E10 sparen zu können und seien es nur wenige Cent. Es gab schon immer Glaubensgemeinschaften, die ihr Seelenheil auf Mini-Centbasis zu finden hoffen, das hat ja die Gemeinde der Dieselfahrzeugkäufer schon vor langer Zeit bewiesen. Heute kann der Benziner wählen: E5 oder E10. Der Vorteil von E10: es enthält viel mehr Ethanol, also jenen Stoff, der bei Polizeikontrollen immer so unschön auf dem Röhrchen prangt. Jetzt kann man sich damit rechtfertigen, dass es das Zeug aus dem Tank gewesen war. Das muss irgendwie durch die Lüftungsklappe diffundiert sein und hat sich im eigenen Blut angereichert. Wichtig: immer die Tankquittung aufheben, als Beweis.
Bundeswehr wiegelt an: Junge Männer dürfen ausreisen
Viele junge Männer hatten Sorge, dass sie ihr Vaterland nicht mehr länger als drei Monate verlassen dürfen, falls sie mal verreisen wollen. Die meisten hatten gar nicht vor, wegzufahren, aber wenns verboten ist, überlegt man sich das schon mal. Was keiner mehr weiss: Neu ist das nicht, das war bei uns damals genauso, nach der Musterung. Heute dagegen beunruhigt uns die Frage: Wieso gilt das wehrpflichtimmanente Reiseverbot auch heutzutage nur für Männer? Was ist mit den Doppel-X-Chromosomalen, die sich als Mann fühlen? Was ist mit den jungen Männern, die sich als Frau fühlen, zumindest nach Feierabend? Müssen die auch dableiben? Kommando zurück, Fehlalarm, Pistorius wiegelt ab: Alle dürfen das Land verlassen, solange sie wollen. Nur ob sie dann wieder reinkommen, das ist eine andere Frage.
Wal hatte keine Patientenverfügung
Da ist er krank angekommen und weit in die Ostsee geschwommen, um in Frieden auf einer Sandbank zu sterben, und dann haben sie ihn nicht gelassen. Spätestens nach der zweiten Strandung hätten sie es kapieren müssen, aber nein, wieder und wieder haben sie ihm herumgezerrt und Schläuche gelegt und gebetet und gesungen und keiner hat hören wollen, wie er darum bat, in Ruhe gelassen zu werden. Vielleicht war der fromme Lärm zu stark, vielleicht verstehen aber auch die Waleretter zu wenig Walisch. Deswegen sollte man in Deutschland immer eine Partientenverfügung dabei haben, auch in flachen Gewässern. Man hat ja die Wal. Halt, den…ach, egal. Das Bespiel macht Schule: Gut informierte Schweine aus deutschen Ställen legen sich inzwischen auch auf Sandbänke und hoffen, sie kommen damit durch. Aber die haben es falsch verstanden.
Wenn dich der Kater dressiert
Sehr bald hat der Nachbarskater verstanden, dass wir momentan für die Fütterung zuständig sind. Der kann sein, wo er will, hinten im Garten oder an der Garage, der hört alles. Normalerweise ist er scheu und unzugänglich, ausser, wenn er Hunger hat. Kaum öffnet man morgens die eigene Eingangstüre, schon rast er heran, ruft laut und auffordernd und bewegt sich schon mal sehr gezielt in Richtung Futternapf zur Nachbarswohnung. Da sieht man wieder, dass zur Erziehung immer in zwei gehören. Nur: Wer ist hier der Dressierte?
Pflegeheim setzt Bewohner auf die Strasse
Mitten in Deutschland: ein Pflegeheim wird von heute auf morgen geschlossen, die Bewohner werden rausgeschmissen, einfach vor die Türe gesetzt. Der Betreiberfirma Ambiente Care (Sitz in Bayern! Söderland!) wurde die Weiterführung des Heims von der Heimaufsicht Hannover untersagt. Menschenunwürdige Zustände und die Pflegekräfte warten offenbar seit Monaten auf ihre Löhne. Aber da muss man doch nicht die armen Leute auf die Strasse setzen. Es ist doch alles da: das Gebäude, Strom, Wasser, Möbel, Pflegekräfte – nur das Geld versickert irgendwo. Es geht doch auch so: Das Gebäude wird staatlicherseits zwangsenteignet, die zahlenden Angehörigen verteilen ihre monatlich viereinhalbtausend Euro ab jetzt direkt an die Pflegekräfte und die Köche. Dann läuft das einfach weiter. Nicht die alten Leute werden rausgeschmissen, sondern die offenbar unfähige Betreiberfirma, So rum wäre es richtig: Hausbesetzung – staatlich gefördert. Warum kommt da keiner drauf? Warum müssen die naheliegenden Lösungen immer erst wir hier in die Welt posaunen? Und die CEOs von Ambiente Care werden regresspflichtig gemacht. Wieder her mit der Kohle, ihr Wirtschaftsfachkräfte!
Olli Schulz, Karlsruhe, und sein Kapo
Soeben entnehmen wir der BNN Karlsruhe, dass ein berühmter Liedermache
r namens Olli Schulz seinem Publikum Handyverbot erteilen liess. Sehr sympathisch und konsequent, das machen wir jetzt auch so. Was soll das denn, ihr Handydeppen. Von Schulz wurde im BNN-Bericht ein Foto von früher verwendet, auf dem wir ihn eine echte Martin halten sehen, EDur eine Oktave höher greifend, bei Kapo auf dem zweiten Bund, was auf schonendere, weil spannungsärmere Tieferstimmung der Saiten hindeutet. Aber was ist das denn! Schau dir mal den Kapodaster an! So schlampig schräg draufgeknallt, der trifft ja nicht mal die tiefe E-Saite, die jetzt scheppert und knarzt und klirrt! He, Olli Schulz! Sei froh, dass da ein Foto war, jetzt können wir mahnen: Pass da mal bisschen besser auf! Denn wenn die Leute rufen: Da Kapo! wollen die evtl. keine Zugabe, sondern sagen auf Badisch-Pfälzisch, dass er nicht richtig sitzt: Der Kapo! Der Kapo!
