Heute morgen beim Dauerlauf gerade bei der Zähringer Burg vorbei und rein ins Rosskopfmassiv Richtung Rottecksruhe, als nach der dritten Kurve ein Mordsknall die Luft erschütterte, das Echo rauschte noch gefühlt minutenlang durch die Wälder. Das war kein Jäger. Vor gut 50 Jahren hatten wir selber solche Knalle produziert, auch in diesen Wäldern, im Steinbruch, aber das heute war schon ganz klar der Sieger, gegen unsere Unkraut-Ex Rohre. Die beiden Windräder kamen ins Blickfeld, wo war der seit Wochen enträderte Turm? Hat da diese Partei gerade ihre Windräderfeindlichkeit ausgelebt? Wahrscheinlich wurde der Turm aber offiziell gesprengt, so die Vermutung, die sich soeben nachrichtlich bestätigt hat. Ja zum Glück sind wir heut später los, wer weiss, ob es zu einem Knalltrauma gereicht hätte.
Stinkefinger – wer hat denn sowas, Frau Diekmann?!
Der Beitrag von Nicole Diekmann zum Thema Julia Klöckner, welcher elegant eine typische CDU-Streberschranze entlarvt, findet unser Kopfnicken, allerdings vergällt uns ein Diekmannscher Satz den Beifall:
Und denen, die feixten, Friedrich Merz habe sie für ihr neues Amt vorgesehen, um sie nicht zur Bundesministerin in seinem Kabinett machen zu müssen, kann sie dann den Stinkefinger zeigen.
Stinkefinger – nein, gehört nicht zu unserm Gestenschatz. Wie dumm muss man sein: einen Finger zeigen, der stinkt? Was steckt denn hinter dieser Geste? Gibt es Leute, die sich im A….loch rumpuhlen? Mit einem Finger? Den sie dann zeigen können? Stellen sich selber als Schweine vor, die ihre Pfoten nicht gewaschen kriegen. Was für Trottel. Und merken es nicht mal. Ja man muss es so krass sagen, die Stinketrottel kapieren es sonst nicht, diese Lochpuhler. Stinkefinger…also so was bleds. Nein, das gehört nicht zu unserem Wort- und Gestenschatz. Frauen sind halt doch nicht die besseren Männer.
Bildung: Analogisierung fördern! Digitalisierung macht angreifbar
Diese Seite war jetzt eine knappe Woche nicht aufrufbar, wegen Digital-Panne beim Anbieter. Wer heute noch die Digitalisierung als oberstes Bildungsgebot aufs Tapet bringt, hat erstens nix geschnallt und will zweitens, dass alles so bleibt wie es ist. Der hat wohl auch den Klimawandel nicht kapiert. Schafsdämlich. Aber halt, Schafe sind klüger, sie fangen den Mist erst gar nicht an.
Jetzt präsentieren die Chinesen ein U-Bootgerät, mit dem sie Transatlantikkabel durchschneiden können. Das bedeutet: wenns dem Chinesen passt, laufen unsere Handydeppen blind, taub und dumm durch die Fussgängerzonen und rubbeln auf ihren Blödphones Rillen ins Display. Und es gibt immer noch Bildungsapologeten, die fordern mehr Digitalisierung. Damit aber auch jeder vom Goodwill irgendwelcher Kabelschneider abhängig wird. Und das bedeutet: vertraut auf das, was ihr selber regeln könnt. Lernt wieder lesen und schreiben. Lernt wieder, Karten zu lesen und Fahrpläne zu kapieren. Werdet einfach analoger.
Finnland höchste Glücksleistung – Wissenschaftsmissbrauch?
Soeben meldet die Tagesschau, dass Finnland erneut im Glücksatlas ganz oben rankiert. Wer hat denn das Quantifizieren von einer derart unüberprüfbaren Affektanwandlung wie „Glück“ erfunden und dann per selbsternanntem Glücks-Atlas auch noch tollkühn als wissenschaftlich anmutendes Sammelwerk verkauft? Wie heisst der? Raffelhüschen? Ach so. Der ist das. Ja dann. Logisch sind die Finnen in ihrer ewigen Nacht das glücklichste Volk der Welt: die einen saufen sich die Probleme weg, die andern bringen sich um. Was bleibt übrig? Das Glück der anderen. SKL heisst die Glücksatlas-Domäne. Das ist die Süddeutsche Klassenlotterie. Es geht also nicht nur um die Schluckspechte, sondern auch noch um die Zocker. Wie irrwitzig das doch alles ist. Warum verbietet man überhaupt noch Drogen? Frag doch mal einen Heroinsüchtigen, ob er glücklich ist, nach seinem Schuss. Glücklich? Aber hallo! Ein Glump ist das alles…
Tesla lässt in Brandenburg Mask fallen…sorry, Maske
Ein Ruf erscholl im Brandenburger Wald: „Arbeitsplätze!“ Daraufhin haben die Brandenburger vorauseilend gehorsam ihren Naturschutz in die Tonne getreten und die Wälder gerodet. Trinkwasser am Arsch, Feinstaub rasant gestiegen. Dann hat der Autist vulgo Autobauer seine Werke hochgezogen. Die Einheimischen dachten nur an das Eine: festes Gehalt. Plus die Freuden der Lohnfortzahlung im Krankheitsfalle. Ein Luxus, den wir Auftritts-Künstler uns nicht leisten können und wollen. Wir werden am Eintritt beteiligt und wollen nicht von einem Cheftrottel für das Herumflacken im Bett bezahlt werden. Jetzt klingt ein neuer Ruf durch das inzwischen kahle Brandenburg: „Kein Geld für Nixtun!“: Tesla stellt demnach die Gültigkeit der Krankschreibungen infrage und verweigert die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall. In den Schreiben droht das Unternehmen außerdem an, bereits geleistete Zahlungen zurückzufordern. Was? Raus aus dem Bett oder keine Kohle? Das sind ja amerikanische Verhältnisse! Den Druck hält doch keiner aus!: Der Druck auf die Mitarbeitenden ist offenbar enorm. Wer weiter sein Gehalt beziehen will, soll laut dem Bericht persönliche Gesundheitsdaten offenlegen. Die Gewerkschaft IG Metall kritisiert das Vorgehen scharf.
Immerhin kritisiert die Gewerkschaft.
Gebt uns die Telefonzellen zurück!
Lass nur mal den Akku ausfallen oder das blöde Smartphone geklaut werden: schon bist du nicht mehr existent. Früher konnte man wenigstens für ein paar Münzen jemanden anrufen in einer der vielen Telefonzellen, und vor allem konnte man zum reden die Türe hinter sich zumachen. Heut drückt dir jeder seinen privaten Kram in die Ohren, ob du willst oder nicht. Und wie banal das Leben der anderen oft daherkommt, man schämt sich ja permanent fremd. Unser Freund K. ist pensionierter Freiburger Sozialromantiker und Telefonzellengegner. Er gab uns neulich den Rat, im Notfall einfach jemanden fragen, ob man kurz mit dessen Handy telefonieren darf. Wir schätzen ihn ja wirklich sehr als jemand Gescheites, der erfolgreich ein bürgerliches Sozialleben aufgebaut und durchgeführt hat und deshalb halten wir uns an behutsames Antworten: Heute tragen die Menschen ihr komplettes Leben auf dem Smartphone mit sich rum. Glaubst du wirklich, das gibt einer aus der Hand? Einem Wildfremden? Der vielleicht damit wegrennt, es im Freiburger Bächle versenkt oder jemand anderem zuwirft? Und überhaupt ist doch dann die Nummer unseres Telefonats auf einem fremden Handy. Wie? Keine Antwort? Und was ist gegen die Abgeschiedenheit einer Telefonzelle einzuwenden, wenn das Innerste nach aussen getragen wird? Beim Sch…machen die Leute ja auch die Türe zu. Warum muss ich an dem Sozialquatsch teilhaben, den all die seelisch verarmten Opfer der Digitalisierung jederzeit und überall in die Öffentlichkeit schmieren? Und hat nicht der Staat die Pflicht, öffentliche Telefone vorzuhalten? Immer noch keine Antwort. Unsere Türe bleibt offen…